Pfaffenhofen, 24.05.2020, von Michael Matthes

Das THW gegen Corona im Dauereinsatz

Bayern ist eines der am stärksten betroffenen Bundesländer in der anhaltenden Corona-Krise. Schutzausstattungen für beispielsweise Behörden, den bayerischen Kliniken oder auch für die Polizei werden täglich in großer Stückzahl benötigt. Seit Mitte März unterstützt das Technische Hilfswerk (THW) den Freistaat mit einem zentralen Logistikstützpunkt nahe München bei der Beschaffung und Verteilung dieser Materialen.

Damit die großen Mengen an Masken, Handschuhen oder auch Schutzkittel, die fast täglich im zentralen Logistikstützpunkt in der Nähe von München aus der ganzen Welt eingehen, wieder an die Bedarfsträger des Landes verteilt werden können, sind in Spitzenzeiten über 50 Helferinnen und Helfer aus dem THW-Landesverband Bayern im Einsatz. Seit dem 18. März wird dieses Logistiklager im Auftrag des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)

betrieben. Das THW erledigt die Erfassung des Bestandes, die Kommissionierung sowie den Transport in die einzelnen Standorte und Bedarfsträger. Weitere ehrenamtliche Einsatzkräfte aus ganz Bayern kommen hinzu und übernehmen im Anschluss daran die Logistik zu den Kreisverwaltungsbehörden in den Landkreisen. Um all diese Aufgaben zu erfüllen, hat das THW täglich bis zu 350 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Aus Pfaffenhofen übernimmt ein 5-köpfiges Kraftfahrerteam im Wechsel diese tägliche Aufgabe. In den Logistikhochzeiten wurden in der Vergangenheit binnen eines Tages gut 900 Paletten im zentralen Stützpunkt verladen und zu den Bedarfsträgern verbracht. Die Einsatzkräfte aus Pfaffenhofen haben so knapp 10.000 Liter Desinfektionsmittel, über 600.000 Stück Einweghandschuhe, über 250.000 OP-Masken, über 80.000 FFP2-Masken und über 1.500 Stück Schutzanzüge und Kittel in den Landkreis Pfaffenhofen geliefert.

Aufgrund des hohen Anstieges des Bedarfes von medizinischer Schutzausstattung und des damit einhergehenden Beschaffungsaufwandes wurde Ende Märze die „Unterstützungsgruppe Beschaffungen Corona-Pandemie“ ins Leben gerufen. Das etwa 30-köpfige Team ist auch aktuell noch bei der staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried angesiedelt und setzt sich in ungefähr gleicher Anzahl aus technisch und kaufmännisch qualifizierten Ehrenamtlichen des THW und aus im Beschaffungswesen der Bayerischen Polizei tätigen Verwaltungs- und Vollzugsbeamten zusammen. Auch Hauptamtliche der Feuerwehrschule helfen, insbesondere durch die Bereitstellung gebündelter Informationen und der für ein stabsmäßiges Arbeiten nötigen Infrastruktur mit. Die Logistik-Experten beider Behörden sichteten und bewerteten bislang über

15.000 Angebote aus aller Welt und bereiteten die seriösen und wirtschaftlich interessanten Angebote für den Vergabeprozess des bayerischen „Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit“ vor. Zu Gute kommen hierbei die Erfahrungen und das Know-How einiger THW-Auslandsexperten insbesondere z.B. bei der Abwicklung der Frachtdokumente: auch so konnten logistische Herausforderungen aus dem Ausland bewältigt werden. Gerade dieses konzertierte Vorgehen der Beschaffung hat zu einer außerordentlichen Steigerung der Effizienz im Umgang bei einem zunächst kaum mehr zu durchdringenden Marktgeschehen geführt. Diese zentrale Beschaffung hat die Versorgung in Bayern mit vormals vielfach extrem knapper Schutzausstattung deutlich entspannt. Auch ein THW-Helfer aus dem Ortsverband Pfaffenhofen war über sieben Wochen hinweg im Team dieser „Unterstützungsgruppe Beschaffungen“ in Geretsried eingebunden. Zur Zeit unterstützen deutschlandweit rund 650 Einsatzkräfte, davon etwa 500 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, bei der Erfüllung der Einsatzaufträge zu Corona.


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