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Bayern ist eines der am stärksten betroffenen Bundesländer in der anhaltenden Corona-Krise.
Schutzausstattungen für beispielsweise Behörden, den bayerischen Kliniken oder auch für die
Polizei werden täglich in großer Stückzahl benötigt. Seit Mitte März unterstützt das Technische
Hilfswerk (THW) den Freistaat mit einem zentralen Logistikstützpunkt nahe München bei der
Beschaffung und Verteilung dieser Materialen.

Damit die großen Mengen an Masken, Handschuhen oder auch Schutzkittel, die fast täglich im
zentralen Logistikstützpunkt in der Nähe von München aus der ganzen Welt eingehen, wieder an
die Bedarfsträger des Landes verteilt werden können, sind in Spitzenzeiten über 50 Helferinnen
und Helfer aus dem THW-Landesverband Bayern im Einsatz. Seit dem 18. März wird dieses
Logistiklager im Auftrag des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
betrieben.

Das THW erledigt die Erfassung des Bestandes, die Kommissionierung sowie den Transport in
die einzelnen Standorte und Bedarfsträger. Weitere ehrenamtliche Einsatzkräfte aus ganz
Bayern kommen hinzu und übernehmen im Anschluss daran die Logistik zu den
Kreisverwaltungsbehörden in den Landkreisen. Um all diese Aufgaben zu erfüllen, hat das THW
täglich bis zu 350 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Aus Pfaffenhofen übernimmt
ein 5-köpfiges Kraftfahrerteam im Wechsel diese tägliche Aufgabe. In den Logistikhochzeiten
wurden in der Vergangenheit binnen eines Tages gut 900 Paletten im zentralen Stützpunkt
verladen und zu den Bedarfsträgern verbracht. Die Einsatzkräfte aus Pfaffenhofen haben so
knapp 10.000 Liter Desinfektionsmittel, über 600.000 Stück Einweghandschuhe, über 250.000
OP-Masken, über 80.000 FFP2-Masken und über 1.500 Stück Schutzanzüge und Kittel in den
Landkreis Pfaffenhofen geliefert.

Aufgrund des hohen Anstieges des Bedarfes von medizinischer Schutzausstattung und des
damit einhergehenden Beschaffungsaufwandes wurde Ende Märze die „Unterstützungsgruppe
Beschaffungen Corona-Pandemie“ ins Leben gerufen. Das etwa 30-köpfige Team ist auch aktuell
noch bei der staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried angesiedelt und setzt sich in ungefähr
gleicher Anzahl aus technisch und kaufmännisch qualifizierten Ehrenamtlichen des THW und aus
im Beschaffungswesen der Bayerischen Polizei tätigen Verwaltungs- und Vollzugsbeamten
zusammen. Auch Hauptamtliche der Feuerwehrschule helfen, insbesondere durch die
Bereitstellung gebündelter Informationen und der für ein stabsmäßiges Arbeiten nötigen
Infrastruktur mit. Die Logistik-Experten beider Behörden sichteten und bewerteten bislang über
15.000 Angebote aus aller Welt und bereiteten die seriösen und wirtschaftlich interessanten
Angebote für den Vergabeprozess des bayerischen „Landesamt für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit“ vor. Zu Gute kommen hierbei die Erfahrungen und das Know-How einiger
THW-Auslandsexperten insbesondere z.B. bei der Abwicklung der Frachtdokumente: auch so
konnten logistische Herausforderungen aus dem Ausland bewältigt werden.

Gerade dieses konzertierte Vorgehen der Beschaffung hat zu einer außerordentlichen Steigerung
der Effizienz im Umgang bei einem zunächst kaum mehr zu durchdringenden Marktgeschehen
geführt. Diese zentrale Beschaffung hat die Versorgung in Bayern mit vormals vielfach extrem
knapper Schutzausstattung deutlich entspannt. Auch ein THW-Helfer aus dem Ortsverband
Pfaffenhofen war über sieben Wochen hinweg im Team dieser „Unterstützungsgruppe
Beschaffungen“ in Geretsried eingebunden.

Zur Zeit unterstützen deutschlandweit rund 650 Einsatzkräfte, davon etwa 500 ehrenamtliche
Helferinnen und Helfer, bei der Erfüllung der Einsatzaufträge zu Corona.