Gewässerbelüfter

Gewässerbelüfter – Spezialtechnik gegen Sauerstoffmangel im Wasser

Das THW Pfaffenhofen zählt zu den wenigen Ortsverbänden in Deutschland, die über das nötige Know-how und spezielle Ausrüstung zur Belüftung von Gewässern verfügen – insbesondere bei drohendem „Umkippen“.

Von einem „Umkippen“ spricht man umgangssprachlich, wenn ein Gewässer plötzlich kippt und ein Großteil der darin lebenden Pflanzen und Tiere abstirbt. Fachlich betrachtet ist dafür meist ein akuter Sauerstoffmangel verantwortlich. Dieser entsteht häufig durch eine übermäßige Algenbildung bei hohen Temperaturen. Wenn diese Biomasse stirbt oder von Zooplankton aufgefressen wird, wird der verbliebene Sauerstoff im Wasser rapide verbraucht. Sinkt der Sauerstoffgehalt unter einen kritischen Wert (etwa 4,00 mg/l), droht ein massives Fischsterben.

Gerade in heißen Sommermonaten sind stehende oder nur schwach durchflossene Gewässer besonders gefährdet. Hier kommen die speziell entwickelten Strahlbelüfter des THW Pfaffenhofen zum Einsatz. In Kombination mit leistungsstarken Wilo- oder Mast-Tauchpumpen können große Mengen Sauerstoff effizient in das betroffene Gewässer eingebracht werden – sowohl in stehende als auch in fließende Systeme.

So funktioniert die Belüftung:
Ein eigens im Ortsverband entwickelter Adapter wird auf die Druckseite der Tauchpumpe montiert. Beim Pumpenbetrieb entsteht durch die Wasserströmung ein Unterdruck, der über einen separaten Luftschlauch Umgebungsluft ansaugt. Diese wird direkt mit dem austretenden Wasser vermischt und so als feinblasiger Luft-Wasser-Strom ins Gewässer eingebracht. Die Pumpe wird dabei vollständig im Wasser versenkt, der Luftzulauf wird am Ufer befestigt.

Zusätzlich stehen im Ortsverband mehrere hundert Meter Belüfterschlauch zur Verfügung, über die Sauerstoff gleichmäßig in verschiedene Wasserzonen verteilt werden kann.

Mit dieser Technik leistet das THW Pfaffenhofen einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Tierschutz – schnell, wirkungsvoll und direkt vor Ort.